Frühkastration, ein Bericht über unsere Erfahrung damit
Teil 1 - wie es dazu kam (Mai 2004) Teil 2 - wie es weiter ging (August 2005)
Schäfchen ist gerade geboren

Am 26. Mai 2004 brachte unsere Bella 4 Babys zur Welt. Anscheinend hatte sie sehr viel Stress bei der Geburt und hat das letzte Baby nicht mehr aus seiner Hülle befreit. Zuerst dachten wir, es sei tot, dann sahen wir, dass es sich bewegt. Also habe ich es aus der Hülle befreit und es fing an zu atmen. Dann habe ich es mit Streu trockengerieben und zu Bella gelegt, die sich sofort darum gekümmert hat. Den Kleinen habe ich Schäfchen genannt, weil er genau so aussieht :-)
Schäfchen hat ein Rolllid

Am nächsten Tag habe ich gesehen, das Schäfchen seine Augen nicht richtig öffnen kann, ansonsten ging es ihm gut, er hüpfte mit seinen beiden Brüdern und seiner Schwester Mausi durch die Gegend und hat auch gut gefressen. Durch Hinweise in unserem Forum stellte sich heraus, dass er ein Rolllid hat, das ich dann dreimal täglich mit Bepanthen Augensalbe behandelt habe. Dabei ist mir der Kleine dann völlig ans Herz gewachsen!

Eigentlich war klar, dass wir nur das kleine Mädchen (Mausi) behalten können, da wir bereits einen Kastraten haben. Ich habe auch ein neues Zuhause für alle 3 Männchen gefunden und war fest entschlossen sie mit 4 Wochen abzugeben. Doch je näher der Termin rückte umso trauriger wurde ich, ich konnte Schäfchen einfach nicht abgeben. Also habe ich angefangen mich über gemischte Meerschweinchengruppen zu informieren.
Es gibt durchaus Meerschweinchengruppen mit mehreren Männchen und das machte mir Mut. Wichtig war, dass sie früh kastriert werden, genug Weibchen in der Gruppe leben (mind. 2 pro Bock) und ausreichend Platz zur Verfügung steht, damit sie sich aus dem Weg gehen können. Natürlich müssen auch ausreichend Hütten o.ä. zur Verfügung stehen.

Wichtigster Punkt war, das Schäfchen bereits an den Weibchen rumbromselte und somit schnellstmöglich kastriert werden musste. Gute Informationen zur Frühkastration habe ich bei Frau Meier und der DMSL gefunden.
Schäfchen nach der Kastration

Einen guten Arzt zu finden war nicht so einfach, denn die meisten TA hatten einfach überhaupt keine Ahnung was eine Frühkastration überhaupt ist. Als ich ihnen erklärte worum es geht, haben sie meistens mit Unverständnis reagiert und wurden teilweise sogar wütend, dass ich einem so kleinen Meerschweinchenbaby schon eine Narkose zumuten möchte. Über mein Forum habe ich dann die Adresse von Dr. Maeck aus Leverkusen bekommen. Er hat mir versichert, das er und Frau Dr. Jaentzsch (sie praktiziert mit ihm) schon seit vielen Jahren diese Frühkastrationen durchgeführen und es noch nie zu Komplikationen gekommen ist. Voraussetzung ist, dass das Meerschweinchen mind. 280 g wiegt, damit man überhaupt eine Medikamentendosierung vornehmen kann.

Am 22.06.04 war es dann so weit: Schäfchen war 4 Wochen alt und wog 276 g und ich habe ihn morgens in die Praxis nach Leverkusen gebracht. Ich weiß nicht wer von uns beiden aufgeregter war! Dr. Maeck und Dr. Jaentzsch waren sehr nett und haben sich viel Zeit genommen um mir alles zu erklären. Ich bin wirklich beruhigt aus der Praxis gegangen und wusste das Schäfchen dort in guten Händen ist. Als ich ihn nach 5 Stunden wieder abholen konnte, war ich total überrascht! Er war topfit und wollte sofort aus seiner Transportbox rausklettern! Es ging ihm blendend, er hatte anscheinend gar keine Schmerzen und außer dem rasierten Bauch und zwei kleinen schwarzen Fädchen am Bauch war er völlig unverändert.
Schäfchen (hinten) und Mausi (vorne)

Da seine Wunden so winzig waren (Bemerkung von Dr. Jentzsch: „Das grenzte schon an Mikrochirurgie“) braucht er nur für einen Tag auf Handtüchern zu sitzen. Er hat den Tag mit seiner Mutter Bella und seiner Schwester Mausi in einem separaten Käfig verbracht. Am nächsten Tag sind die drei dann wieder zu den anderen gezogen. Schäfchen ging es blendend und er hüpfte durch den Käfig, als wenn es diesen Eingriff nie gegeben hätte. Die Fäden brauchen nicht gezogen werden, sie werden vom Körper absorbiert.

Nun leben sie zu sechst in ihrer Villa und verstehen sich sehr gut. Schäfchen hält sich gerne in der Nähe von Morpheus (unser großer Kastrat) auf und auch er scheint ihn zu mögen.
Unsere Schweinevilla wird zu klein

Bisher lief alles völlig reibungslos und ich hoffe dass es auch so bleibt. Als nächsten Schritt wollen wir eine größere Schweinevilla bauen, damit sie auch wirklich genug Platz haben um sich zur Not aus dem Weg zu gehen. Wir planen eine Villa über drei Etagen, die ähnlich offen ist, wie die Aktuelle. Momentan durchforste ich noch die Weiten des WWW nach Käfiganregungen. Besonders tolle Anleitungen habe ich bei Lispet und MelS gefunden.

Im Teil 2 geht der Bericht über Schäfchen weiter...





Teil 1 - wie es dazu kam (Mai 2004) Teil 2 - wie es weiter ging (August 2005)


Meerschweinchen - 	www.meerschwein.de Update: 25.11.2007 Mail an Andrea